DALI vs DALI-2: Unterschiede verstehen und warum DALI nicht automatisch DALI-2 bedeutet
Aktualisiert: vor 2 Tagen

„Die Leuchten sind DALI-fähig – dann passt das doch.“
Diese Aussage hören wir in der Praxis immer wieder. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Denn DALI und DALI-2 sind nicht dasselbe. Besonders bei Modernisierungen, beim Austausch von Leuchten oder bei der Planung einer neuen Lichtsteuerung lohnt es sich deshalb, genauer hinzusehen.
Was ist DALI überhaupt?
DALI steht für Digital Addressable Lighting Interface und ist ein standardisiertes digitales Kommunikationsprotokoll für die Lichtsteuerung.
Vereinfacht gesagt ist DALI die Sprache, über die Lichtsteuerung und Betriebsgeräte miteinander kommunizieren. Darüber können beispielsweise Leuchten einzeln oder in Gruppen angesprochen, gedimmt und geschaltet sowie Statusinformationen ausgetauscht werden.
Die technische Grundlage bildet die internationale Normenreihe IEC 62386.
Wichtig dabei: DALI beschreibt zunächst die Kommunikation. Dass auf einem Datenblatt „DALI“ steht, sagt deshalb noch nicht automatisch aus, dass es sich um ein nach aktuellem DALI-2-Standard zertifiziertes Produkt handelt.
Was ist der Unterschied zwischen DALI und DALI-2?
DALI-2 basiert auf der Weiterentwicklung des ursprünglichen DALI-Standards und legt einen wesentlich stärkeren Fokus auf die Interoperabilität verschiedener Hersteller.
Während bei DALI Version 1 die Konformitätsprüfung von Betriebsgeräten im Wesentlichen auf einer Hersteller-Selbsterklärung beruhte, durchlaufen DALI-2-Produkte ein definiertes Zertifizierungsverfahren. Die Testergebnisse werden dabei durch die DALI Alliance überprüft.
Nur entsprechend zertifizierte Produkte dürfen das DALI-2-Logo tragen.
Ein weiterer wesentlicher Unterschied: Im ursprünglichen DALI-Standard standen vor allem Betriebsgeräte wie Vorschaltgeräte bzw. LED-Treiber im Mittelpunkt.
Mit DALI-2 wurden zusätzlich Steuergeräte standardisiert, beispielsweise:
Präsenz- und Bewegungsmelder
Lichtsensoren
Taster und andere Eingabegeräte
Application Controller
Damit betrifft DALI-2 deutlich mehr Komponenten innerhalb eines Lichtsteuerungssystems.
Warum ist das in der Praxis relevant?
Problematisch wird die Unterscheidung vor allem dann, wenn bestehende Anlagen modernisiert werden.
Ein typisches Beispiel:
In einem Gebäude ist bereits eine Lichtsteuerung vorhanden. Im Zuge einer Sanierung sollen lediglich die alten Leuchten durch moderne LED-Leuchten ersetzt werden.
In der Ausschreibung oder im Angebot findet sich anschließend die Angabe:
„LED-Leuchte, DALI dimmbar.“
Damit ist aber noch nicht abschließend geklärt, wie das eingesetzte Betriebsgerät spezifiziert ist und welche Funktionen tatsächlich unterstützt werden.
Vor der Bestellung sollte deshalb geprüft werden:
Welcher LED-Treiber ist verbaut?
Nicht nur die Leuchte selbst, sondern insbesondere das darin eingesetzte Betriebsgerät ist für die Kommunikation mit der Steuerung entscheidend.
Ist das Betriebsgerät tatsächlich DALI zertifiziert?
Zertifizierte Produkte können über die Produktdatenbank der DALI Alliance überprüft werden.
Welche DALI-Funktionen werden benötigt?
Einfaches Dimmen stellt andere Anforderungen als beispielsweise Farbtemperatursteuerung über Tunable White.
Welche Technik unterstützt die vorhandene Lichtsteuerung?
Gerade bei älteren Bestandsanlagen muss geprüft werden, welche DALI-Versionen und Gerätetypen unterstützt werden.
DALI-2 bedeutet nicht automatisch Tunable White
Ein weiterer Punkt, der häufig für Verwirrung sorgt:
DALI-2 und DALI DT8 sind nicht dasselbe.
DALI-2 beschreibt unter anderem den aktuellen Zertifizierungs- und Interoperabilitätsstandard.
Device Type 8, kurz DT8, beschreibt dagegen bestimmte Funktionen zur Farbsteuerung. Dazu kann beispielsweise die Steuerung der Farbtemperatur bei Tunable-White-Leuchten gehören.
Eine DALI-2-Komponente unterstützt daher nicht automatisch jede denkbare DALI-Funktion.
Auch hier gilt: Die technischen Eigenschaften der jeweiligen Komponenten müssen zur geplanten Funktion der Anlage passen.
Besonders wichtig bei Modernisierungen
Bei einer kompletten Neuplanung können Steuerung, Treiber und Leuchten von Anfang an aufeinander abgestimmt werden.
Im Bestand sieht das häufig anders aus.
Hier treffen möglicherweise eine zehn oder fünfzehn Jahre alte Lichtsteuerung, moderne LED-Leuchten und neue DALI-Treiber aufeinander.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die vorhandene Steuerung ersetzt werden muss.
Im Gegenteil: Eine bestehende professionelle Lichtsteuerung kann häufig weiter genutzt werden, wenn die neuen Komponenten passend ausgewählt werden.
Genau deshalb sollte vor einer Modernisierung geprüft werden:
Was ist vorhanden?
Was soll erneuert werden?
Und welche Funktionen werden zukünftig tatsächlich benötigt?
Erst danach sollte die Auswahl der Leuchten und Betriebsgeräte erfolgen.
Entscheidend ist das Gesamtsystem
Ob Lutron oder eine andere professionelle Lichtsteuerung: Für eine zuverlässig funktionierende Anlage reicht es nicht aus, einzelne Komponenten nur nach dem Merkmal „DALI-fähig“ auszuwählen.
Leuchten, LED-Treiber, DALI-Schnittstellen, Steuerung und gewünschte Funktionen müssen als Gesamtsystem betrachtet werden.
Gerade bei Sanierungen kann eine kurze technische Prüfung vor der Bestellung später erheblichen Aufwand vermeiden.
Denn:
DALI ist eine gemeinsame Sprache. Aber nicht jedes Gerät, das DALI spricht, verfügt automatisch über dieselben Funktionen oder dieselbe Zertifizierung.
Sie planen die Modernisierung einer bestehenden Lutron-Anlage?
Wir unterstützen Sie bei der Prüfung vorhandener Lutron-Systeme und klären, welche Komponenten weiterverwendet werden können und worauf bei der Auswahl neuer LED-Leuchten und DALI-Betriebsgeräte zu achten ist.
So lässt sich häufig vorhandene Technik erhalten und gezielt mit moderner Beleuchtung kombinieren





