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Was Sie zum Thema LED wissen sollten

LED-Lampen und -Leuchtmittel bieten beste Voraussetzungen, um den Glüh- oder Leuchtstofflampen ihre Rolle als Standard-Raumbeleuchtung streitig zu machen: Sie halten länger und verbrauchen erheblich weniger Strom. Und das Angebot an alltagstauglichen LED-Beleuchtungssystemen wächst beständig. Eine große Zahl an Produkten hat es bereits aus den Showrooms der Hersteller in die Supermarkt-Regale geschafft. 

Doch das bedeutet nicht, dass sich LED-Produkte grundsätzlich und immer für das Umsetzen jedes Beleuchtungskonzepts eignen. Vor allem das Zusammenspiel mit Dimmern macht einigen der mit Gleichstrom betriebenen LED-Leuchten Schwierigkeiten.

Für Architekten und Bauherren kann es deshalb empfehlenswert sein, sich mit den Grenzen der LED-Technik auseinanderzusetzen, um böse Überraschungen bei ihrem Einsatz zu vermeiden.

Viele der „dimmbaren“ Produkte, die die LED-Hersteller während der vergangenen Jahre auf den Markt gebracht haben, sind nur sehr eingeschränkt dimmbar. Andere lassen sich nicht richtig abschalten oder flackern wahrnehmbar –schwere Mängel, die unter bestimmten Umständen große Unzufriedenheit mit der Raumbeleuchtung hervorrufen können (oder mit der Leistung der,- oder desjenigen, der die Beleuchtung geplant hat). 

Natürlich gibt es auch zahlreiche Hochleistungs-LED-Produkte ohne derartige Mängel. Doch diese aus der Vielzahl der erhältlichen LED- Leuchtmittel auszuwählen ist nicht ganz einfach. Leider gibt es nicht „das eine“ richtige Produkt, das sich für jedes Beleuchtungskonzept eignet. 

Sowohl beim Treffen der Entscheidung Pro- oder Contra LED, als auch bei der Auswahl von LED-Leuchten ist deshalb Umsicht gefragt. Die folgenden fünf Fragen sollen Planern dabei helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und das beziehungsweise die passenden Produkte für ihr Projekt auszuwählen.

 

Quelle: Interview 2017 mit Jan Ewald - Vertriebsmanager Deutschland und Marine, Lutron Electronics GmbH

 

 

LEDs richtig dimmen

Wer LED-Lampen mit Dimmern einsetzen will, sollte umsichtig einkaufen, denn nicht jedes Produkt eignet sich für jedes Projekt. Fünf Fragen helfen dabei, die beste Technik auszuwählen.

Es ist anzumerken, dass die fünf Fragen nur das Treffen einer grundsätzlichen Entscheidung unterstützen. Wer Einzelheiten wie etwa den Zusammenhang von Dimmleistung und Installationskosten gegeneinander abwägen will, sei auf die Websites und Broschüren der Leuchtmittelhersteller verwiesen. Oder kann uns gerne direkt kontaktieren unter mail@megscon.com

 

1.  In welchem Dimmbereich soll die Leuchte arbeiten? 

Jede Glühlampe lässt sich unter eine Lichtstärke von einem Prozent wahrgenommenen Lichts dimmen – so wenig, dass der orange glühende Draht im Leuchtkörper mit bloßem Auge wahrnehmbar wird. LED-Lampen erreichen dagegen unterschiedliche Lichtstärken: Ein Produkt könnte sich beispielsweise auf wenigstens 50 Prozent wahrgenommenen Lichts dimmen lassen, ein anderes dagegen auf 10 Prozent. Deshalb eignet sich nicht jede LED für jeden Einsatzbereich – LEDs mit einer Dimm-Untergrenze von 50 Prozent dürfte beispielsweise kaum für den Einsatz in einem Medienraum geeignet sein. 

Bei der Auswahl sollte beachtet werden: LED-Hersteller weisen die Dimmbereiche ihrer Produkten in der Regel nicht in Lichtstärken wahrgenommenen Lichts aus – sondern in Stärken gemessenen Lichts. Der Unterschied zwischen beiden: Das menschliche Auge nimmt Licht in der Regel heller wahr als ein Messgerät (der Grund hierfür ist, dass sich die menschliche Pupille bei schwacher Beleuchtung weitet, um mehr Licht aufnehmen zu können). Deshalb nehmen wir Leuchtkörper meist heller war, als die Packungsbeschriftung vermuten lässt. 20 Prozent gemessenen Lichts entsprechen beispielsweise 45 Prozent wahrnehmbarer Lichtstärke.

Wer vermeiden will, LEDs mit zu „hellem“ Dimmbereich zu kaufen, sollte sich deshalb mit dieser Formel behelfen: Die wahrgenommene Lichtstärke eines Leuchtkörpers ist gleich der Quadratwurzel seiner gemessenen Lichtstärke (also wie oben: √0,2 = 0,45).

2. Mit welchem Dimmer soll die LED eingesetzt werden?

Die Antwort auf diese Frage sollte einer der nachfolgend aufgeführten entsprechen – denn diese führen die am Markt üblichsten Protokolle auf. Diese Protokolle werden zum Teil seit Jahrzenten genutzt und/oder beruhen auf bewährten Industriestandards. Ihr Einsatz sollte einen sicheren und erwartungsgemäßen Betrieb von LED-Leuchten unterstützen. 

Glühlampen- oder PhasenANschnittdimmer (Forward Phase Control) werden üblicherweise mit  Glüh- oder Niedervolt- Lampen benutzt und sind die am weitesten verbreiteten Steuersysteme überhaupt: Weltweit wurden über 100 Millionen Einheiten verbaut. Wer LED-Leuchten als Ersatz für andere Leuchtkörper verwenden will, bekommt es deshalb in der Regel mit diesen Dimmern zu tun. PhasenANschnittdimmer haben den Vorteil, dass sie kein Erdungskabel in der Schalterdose benötigen. Ihr Nachteil ist jedoch, dass sie sich nur sehr bedingt für das präzise, flackerfreie Dimmen der meisten LED-Leuchtkörper eignen. 

PhasenABschnittdimmer (ELV- Electronic-Low-Voltage-) steuern meist Niedervolt-Halogenlampen mit elektronischem Trafo. Sie beherrschen vor allem das Steuern kapazitiver Lasten, wie sie auch von LED-Drivern erzeugt werden. Deshalb eignen sich die ABschnittdimmer auch hervorragend für das flackerfreie Dimmen von LEDs. Einziger Nachteil der Systeme: Sie sind nicht annähernd so weit verbreitet wie die ANschnittdimmer.

International werden analoge 2(3)-Draht-Dimmer vor allem für das Steuern von Leuchtstoff-Lampen verwendet – meist in größeren kommerziellen und Büro-Gebäuden, in denen große Leuchtstoff-Lasten gesteuert werden müssen. Auch diese Dimmer sind vergleichsweise weit verbreitet; weltweit sind sie in etwa 2 Millionen Schaltkreisen verbaut.

0-10-Volt-Steuersysteme beruhen auf einem bewährten Industriestandard für elektronische Vorschaltgeräte oder „EVGs“ (IEC 60929). Sie werden bisher überwiegend in Energiemanagement-Systemen eingesetzt, etwa zusammen mit Bewegungs- oder Tageslichtsensoren, eignen sich aber auch für das Steuern von LEDs. Da die 0-10-Volt-Controller von Strom führenden Kabeln isoliert sind, können sie ohne Gefahr berührt und einfach verkabelt werden. Käufer sollten bei der Auswahl unbedingt auf die Verpackung achten – am Markt werden auch 0-10-Volt-Systeme verkauft, die nicht mit dem IEC-Standard kompatibel sind.

 DALI-EVGs tragen den Standard, dem sie entsprechen, im Namen: Das „Digital Addressable Lighting Interface“-Protokoll wurde ursprünglich in Europa entwickelt, ist inzwischen aber auch in anderen Ländern weit verbreitet. Da es das digitale Steuern einzelner Leuchtkörper und somit einen hohen Feinheitsgrad bei der Steuerung erlaubt, kommt es meist in kommerziell genutzten Gebäuden zum Einsatz.

DMX-Steuergeräte unterstützen das „Digital Multiplex“-Protokoll, das überwiegend für Bühnen- und Veranstaltungstechnik genutzt wird. Es eignet sich vor allem für das Steuern und Dimmen von RGB-LED-Anwendungen, da diese meist von hoher Geschwindigkeit und Kanal-Anzahl profitieren. 

3. Bieten Leuchtkörper und Dimmer stufenloses Dimmen? Beleuchten sie den Raum ohne Flackern?

Jeder Hersteller definiert „Dimmen“ auf seine eigene Weise, und nicht jede entspricht der Vorstellung der Anwender – die meisten von uns verstehen unter dem Begriff das stufenlose Anpassen der Lichtstärke, das wir von „dimmbaren“ Glühlampen kennen. Vor allem an die Korrespondenz zwischen einer Veränderung am Dimmschalter (meist: ein Drehen) und der damit einhergehenden Veränderung an der Raumbeleuchtung haben wir uns gewöhnt.  Stufenweise, „abgehackte“ Lichtstärkenveränderungen widersprechen diesen Gewohnheiten. Deshalb sollten Dimmer und LED so zusammenspielen, dass es beim Dimmen nicht zu wahrnehmbaren „Sprüngen“ in der Lichtintensität kommt. Zudem sollten sie den Raum jederzeit und bei jeder Dimmereinstellung flackerfrei beleuchten, das heißt, ohne unerwartete Modulation der Lichtstärke. Störendes Flackern kann durch „Störungen“ in der Stromleitung entstehen, durch „Rauschen“ im Dimmer, durch nicht gut aufeinander abgestimmte Toleranzeinstellungen einzelner Schaltkreis-Komponenten oder durch ein ungenügendes Schaltkreis-Layout im LED-Driver. Gute Produkte sollten robust genug sein, um trotz all dieser Störeinflüsse flackerfreies Dimmen zu ermöglichen.

 4. Welche Mindest- oder Höchstzahl an Lampen kann an einen Dimmer angeschlossen werden?

Elektrik-Spezialisten wissen, dass diese Frage keineswegs ganz einfach zu beantworten ist: Es reicht nicht aus, die 600-Watt-Leistung eines Dimmers durch die 10-Watt-Leistungsaufnahme einer LED zu teilen und daraus zu schließen, dass der Dimmer-Schaltkreis eine Höchstzahl von 60 Lampen unterstützt. Denn die Angaben zur Leistungsaufnahme eines Leuchtkörpers ist ein Durchschnittswert. Es kann durchaus sein, dass die Leistungsaufnahme einer 10-Watt-LED die 10-Watt-Marke während eines Halbzyklus kurzzeitig übersteigt (Einschaltstrom). Wer diesen Umstand ignoriert riskiert, das Dimmer-System zu überlasten und es dauerhaft zu beschädigen.

 Das Ermitteln der Mindest-Zahl an Lampen je Dimmer kann erforderlich sein, da viele Glühlampen-Dimmer eine Mindestlast benötigen, um fehlerfrei zu funktionieren. Diese beträgt meist zwischen 25 und 60 Watt – ein Wert, der beim Benutzen von Glühlampen meist schon durch das Einsetzen einer einzigen Lampe zu erreichen war. Beim Benutzen von LEDs kann es deshalb erforderlich sein, wenigstens drei oder vier Leuchtkörper einzusetzen, damit der Dimmer fehlerfrei seinen Dienst tut.

 5. Wurde das LED-Produkt mit verschiedenen Dimmern von verschiedenen Herstellern getestet?

Die letzte und vielleicht wichtigste Frage, die geneigte LED-Käufer stellen sollten: Wie hält es der Hersteller eines bestimmten Produkts mit dem Testen? Wurde der LED-Leuchtkörper mit verschiedenen Dimmern von verschiedenen Herstellern getestet? Wurden Flicker-Tests mit den Dimmern durchgeführt? Hat der Hersteller die Tests ausschließlich selbst umgesetzt oder gemeinsam mit dem Dimmer-Hersteller? Wie zuverlässig sind die Tests? Falls ein Hersteller diese Fragen nicht oder nur ungenügend beantworten kann, ist in der Regel der Griff zu einem anderen Produkt empfehlenswert.

Zusammenfassung

Wer die hier aufgeführten Fragen stellt, um sich vor dem Kauf über Dimmer, Leuchtmittel und LED-Produkte zu informieren, sollte alle in der Einleitung erwähnten Leistungs- und Kompatibilitätsprobleme vermeiden können – und in den Genuss aller Vorteile einer sparsamen, dimmbaren LED-Beleuchtung kommen, ohne dabei Kompromisse bei Licht und Dimmleistung machen zu müssen.

Autor: Jan Ewald, Vertriebsmanager Deutschland und Marine, Lutron Electronics GmbH

 

Wer präzisere Auskünfte über einzelne Dimmer oder LED-Lampen sowie deren Spezifikationen, Kompatibilität oder Installations- und Betriebskosten benötigt, wird hier fündig:

http://www.lutron.com/en-US/Service-Support/Pages/Technical/Design-SelectionTools/LEDDimmerMatrix.aspx

Zehn Dinge, die Sie über dimmbare LEDs wissen sollten

Am 1. September 2016 trat das Verbot der Europäischen Kommission von ineffizienten Halogenlampen mit gerichteter Lichtabgabe in Kraft. Es gibt eine große Zahl von Beleuchtungssystemen mit einem GU10-Sockel. Um sie weiterhin nutzen zu können, bietet es sich an, diese Systeme mit LED- Leuchtmitteln auszustatten. Das ist leichter gesagt als getan! Einfache, preiswerte LED-Leuchtmittel, sogenannte „Retrofit- Leuchtmittel“ reagieren empfindlich auf Strom- und Spannungsschwankungen. Das zeigt sich unter anderem in Flackererscheinungen, uneinheitlichen Lichtfarben und unterschiedlichem Ein- und Ausschaltverhalten. Insbesondere beim Dimmen der Beleuchtung treten diese Effekte verstärkt zu Tage. Der Grund: jeder LED-Chip reagiert aufgrund der elektronischen Schaltung ein klein wenig anders.

Bei herkömmlichen Glühlampen war es kein Problem Leuchtmittel unterschiedlicher Anbieter zu verwenden. Der Verbraucher konnte in diesem Fall davon ausgehen, dass sich die Leuchte nach dem Wechsel des Leuchtmittels ebenso verhielt wie zuvor. Doch bei LEDs ist das nicht der Fall. Nun gilt es besonders darauf zu achten, dass alle Komponenten des LED-Beleuchtungssystems kompatibel sind: die Lampen, die Dimmer oder besser gesagt die Ansteuerung und die Treiberkomponenten, kurz Trafos genannt, die eine LED mit Strom versorgen. Doch keine Sorge! Diese Herausforderungen lassen sich meistern, wenn folgende Tipps berücksichtigt werden:

1. Beachten Sie, dass ALLE LED-Systeme einen Treiber-Baustein (landläufig Trafo genannt) haben: Diese Elektronikkomponente wandelt den 240V Wechselstrom aus der Steckdose in Niedervolt- Gleichstrom um, den die LED-Chips benötigen. Etabliert haben sich separate LED-Treiber mit 12-48V. Jedes LED System kann für eine andere Spannung oder einen speziellen Strom ausgelegt sein. Bei dimmbaren Retrofit-Leuchtmitteln, die mit 240V arbeiten, sind die Treiber im Inneren des Leuchtmittels "versteckt". Z.B. im Sockel oder auf einer Platine, die im Reflektor oder Gehäuse integriert ist. Bei professionellen, größeren Deckenleuchten kommt eine separate Box mit einem sogenannten „LED-Treiber“ zum Einsatz, von der Leitungen zum eigentlichen Lichtsystem führen. Die Kompatibilität von Treiber und Ansteuerung (digital-DALI oder Dimmer) sind das wichtigste Element im Rahmen eines LED-Projekts, um ein sanftes Dimmen ohne störendes Flimmern zu erreichen.

2. Achtung, nicht alle LED-Lampen sind gleich:  Betrachten wir zuerst die LED-Leuchtmitteln ohne separaten Treiber: einzelne LED-Leuchtmittel, können sich auf höchst unterschiedliche Weise verhalten, selbst dann, wenn sie an denselben Dimmer angeschlossen werden. Das gilt auch für unterschiedliche Produktionschargen, die vom gleichen Hersteller stammen. Auch wenn solche „Retrofit“ Leuchtmittel äußerlich gleich aussehen, können sie erhebliche Unterschiede an den Tag legen, wenn sie mit einem normalen Dimmer kombiniert werden. Hinzu kommt, dass sich manche LED-Leuchtmittel generell nicht für das Dimmen eignen. Der Hinweis darauf wird oft übersehen, weil ihn mancher Hersteller in kleiner Schrift auf die Verpackung druckt. Wichtig ist außerdem, dass nur getestete Leuchtmittel zum Einsatz kommen, die unter Beweis gestellt haben, dass sie mit einem bestimmten Dimmer zusammenarbeiten. Das Restrisiko bleibt, dass die Leuchten insbesondere im unteren Regelbereich von 20% oder weniger flackern, blinken, und zu unterschiedlichen Zeitpunkten abschalten.

 3. Minimale Last beachten: Viele ältere Dimmer benötigen für einen störungsfreien Betrieb eine Mindestlast von 20- 40 Watt. Neuere Modelle dagegen, die speziell für LED‘s entwickelt wurden, weisen diese Beschränkung nicht auf. Abhängig vom Aufbau einer LED-Lampe kann diese auch mit einem älteren Dimmer-Modell zusammen arbeiten. Um das jedoch zweifelsfrei herauszufinden, ist es unumgänglich die Kombination Leuchtmittel-Dimmer zu testen. Einige Hersteller bieten auch im Internet Listen mit getesteten Kombinationen an. Allerdings ist die LED-Technik sehr schnelllebig und viele Tests schon überholt wenn sie veröffentlicht werden, bzw. die nächste Charge oder Generation LED’s steht schon im Laden.

4. Beim Dimmer auf "Low-End Trim" achten: Hochwertige Dimmer verfügen über die Einstellmöglichkeit "Low-End Trim". Gemeint ist der niedrigste Helligkeitswert, bei dem die Leuchte einschaltet. Bei Lampen, die im unteren Dimm-Bereich Probleme mit Flimmern aufweisen, lässt sich mit Hilfe dieser Einstellung verhindern, dass sie in einen instabilen Zustand geraten. Das heißt, das lästige Flimmern tritt nicht auf.

5. Berücksichtigen, dass das niedrigste Helligkeits-Niveau bei Lampen höchst unterschiedlich ausfallen kann: das heißt, bei einigen Lampen lässt sich die Helligkeit weiter herunterregeln als bei anderen. Um die Einstellungen zu beschreiben, greift die Industrie auf die gemessene Leistung zurück. Sie wird beispielsweise mit 1%, 5% oder 10% angegeben. Allerdings sind die gemessene Helligkeit und wahrgenommene Helligkeit zwei sehr unterschiedliche Dinge. Denn die Pupillen des menschlichen Auges weiten sich bei schwachem Licht stärker, damit mehr Licht auf die Netzhaut gelangt. Bei wenig Licht nehmen wir daher bereits leichte Änderungen der Helligkeit in stärkerem Maße wahr als bei sehr heller Beleuchtung.

Dieses Phänomen sollte auch bei der Wahl der Lampe und des Dimmers berücksichtigt werden. Aus Sicht eines Betrachters hat beispielsweise eine Lampe, die auf 10 Prozent gemessene Leistung heruntergedimmt wird, eine Helligkeit von 30 Prozent. Um eine wahrgenommene Helligkeit von 10 Prozent zu erreichen, ist somit eine Kombination von Lampe und Dimmer erforderlich, bei der das gemessene Licht bis auf 1 Prozent reduziert werden kann. Diese Anforderung erfüllen bei weitem nicht alle Retrofit- LED‘s. Lutron Electronics führt daher in seinen LED Report Cards für alle getesteten Lampen die niedrigste gemessene Leistung und wahrgenommene Helligkeit auf, die sich erreichen lässt.

6. Prüfen, für welchen Dimmer-Typ sich eine LED-Lampe eignet – einen PhasenANschnitt- oder PhasenABschnitt-Dimmer: einige moderne Dimmer sind universell und bieten beide Techniken in einem Gerät an. Das hat den Vorteil, dass eine größere Zahl von kompatiblen Lampen zur Verfügung steht. Welche der beiden Optionen letztlich die vorteilhaftere ist, lässt sich nur mithilfe von Tests ermitteln. Es ist auch zu beachten, dass ein Leuchtmittel in der Regel unkritisch ist zu dimmen. Zum Test sind mehrere Leuchtmittel zu verwenden, z.B. 5- 10 Stück um eine verbindliche Aussage über das Zusammenspiel der Komponenten zu treffen.

7. Den Einschaltstrom berücksichtigen: Bei Lampen, die mit der PhasenANschnitt-Methode gedimmt werden, können hohe Einschaltstromspitzen auftreten. Dieser Effekt tritt insbesondere im Einschaltmoment auf. Durch die 50-100fache Stromüberhöhung können elektronische Komponenten im Dimmer und auch im Leuchtmittel beschädigt werden. Die Höhe dieses Einschaltstroms bestimmt, wie viele Lampen an einen Dimmer angeschlossen werden können. Um herauszufinden, wie viele LED-Leuchten sich mit einem Dimmer steuern lassen, sollte das Datenblatt des jeweiligen Herstellers vorliegen. Die Zahl der maximal zulässigen Lampen kann je nach Typ und Hersteller stark variieren. Teilweise "verträgt" ein Dimmer doppelt so viele Leuchten eines bestimmen Modells als von anderen Lampen-Versionen. Liegen keine Angaben vor kann man als Faustregel die Glühlampenleistung eines Dimmers durch 10 teilen um auf die Leistung für LED’s zu schließen. Z.B. ein 450W Dimmer für Glühlampen entspricht einem Dimmer für 45W angeschlossene LED-Leuchten.

8. DALI! Dimmen der Netzspannung ist nicht der einzige Weg, um die Leuchtstärke zu reduzieren: Die Steuerung der Leuchtstärke mittels der Netzspannung ist bei Retrofit-Lampen die einzige Lösung und bedingt Einschränkungen insbesondere beim Dimmen. Es gibt jedoch auch andere Arten von LED-Treibern, die nicht mit 240V- Phasen-Dimmern arbeiten.

Für hochwertiges, garantiert flackerfreies Dimmen und gemeinsames Ein- und Abschalten beliebig vieler LED- Leuchten werden LED-Treiber eingesetzt, die mit analogen oder digitalen Steuersignalen auf separaten Leitungen angesteuert werden. Die gewünschte Ausgabehelligkeit wird dann bevorzugt als digitales Telegramm an den Treiber (Trafo und Ansteuermodul oder ein Kombigerät) übermittelt.

Diese Signale nutzen Protokolle wie DALI (Digital Addressable Lighting Interface) oder DMX (Digital Multiplex); auch 0-10V ist noch verbreitet. Es ist insbesondere im professionellen Bereich und in kommerziellen Installationen sinnvoll auf digitale Steuersysteme zurückzugreifen um eine der Anwendung entsprechende, langlebige Qualität garantieren zu können. Die Steuergeräte dafür können im simpelsten Fall genauso aussehen wie der Standard-Tast- Dimmer an der Wand. Meistens sind die Steuergeräte in der Elektroverteilung eingebaut und werden vom Nutzer nur durch verschieden designte Tasten im Zimmer, Funkbedienungen, beliebte iPhone oder Android- App’s oder eine zentrale Steuerung am PC bedient.

Im einfachsten Fall wie beim DALI- Protokoll sind 2 zusätzliche Adern im normalen Stromkabel für die Steuerung vorzusehen. Der Elektriker spricht dann von einer 5-adrigen Zuleitung zur Leuchte- z.B. NYM 5x1,5mm2. (Phase, Neutralleiter, Schutzleiter, DALI, DALI)#

9. Warum überhaupt LED- Lampen dimmen? Darauf gibt es zwei Antworten. Zum einen reduziert das Dimmen die Energie und damit die Temperatur an der Sperrschicht eines LED-Chips. Das wiederum erhöht die Lebensdauer einer LED. Das heißt, die Lampen müssen seltener ausgetauscht werden. Zum anderen lässt sich durch das Dimmen der Beleuchtung mit der passenden Kombination von Beleuchtungssteuerung und Lampe in einem Raum eine angenehme "Wohlfühl-Atmosphäre" erzeugen. Das ist aus Expertensicht der Hauptgrund. Quasi als Nebeneffekt verbrauchen die Beleuchtungssysteme auch noch weniger Strom und sparen damit Geld.

10. Auf Ergebnisse von Tests zurückgreifen: Seit 2009 testet ein Team von hoch qualifizierten Ingenieuren bei Lutron, welche LED-Lampen und Dimmer kompatibel sind. Mittlerweile wurden über 2.000 unterschiedliche Kombinationen überprüft. Die Resultate stehen für jeden frei zugänglich auf der Web-Seite von Lutron zur Verfügung: www.lutron.com/LED. Auf den LED Report Cards der Lampen, welche die Tests erfolgreich absolviert haben, sind wertvolle Hinweise zu finden. Aufgeführt ist beispielsweise, wie viele Lampen sich jeder Dimmer-Zone zuordnen lassen, wie hoch die minimale und maximale Ausgangsleistung sein darf und wie der Wert des niedrigsten, vom Auge wahrgenommene Helligkeits-Niveau ausfällt. Kunden nutzen in immer stärkerem Maße diese LED Report Cards. Denn dadurch haben sie die Gewähr, dass sie die passende Kombination von LED-Lampe und Dimmer finden und sich nicht über eine Beleuchtung mit Flimmer-Effekt ärgern müssen.

 

Autor: Jan Ewald, Vertriebsmanager Deutschland und Marine, Lutron Electronics GmbH

 

Fünf goldene Regeln für die erfolgreiche Sanierung von Lichtsteuersystemen

Wann sollten die Anforderungen an die Beleuchtung und die Steuerung bei einer anstehenden Renovierung festgelegt werden?

Am besten gleich zu Beginn! Es ist erfolgskritisch und zugleich sparsam, das System und die Struktur für das Lichtmanagement von Anfang an im Projektplan und im Budget zu berücksichtigen.

Moderne LED- Leuchten bieten in Kombination mit digitalen Steuerungen wie DALI und EcoSystem großen Freiraum und können gut abgestimmt aufeinander jeden gewünschten Effekt, den man mit der Beleuchtung erzielen möchte erfüllen. Architekten, Innenausstatter und Lichtdesigner sollten folgende fünf grundlegende Aspekte beachten, um die häufigsten Fallstricke bei der Sanierung einer Beleuchtungssteuerung zu umgehen.

1. Lass alte Denkmuster hinter Dir

Generell treibt das Streben nach höherer Energieeffizienz die Akzeptanz von LED‘s als dominierender Lichtquelle in Europa kontinuierlich voran. Zusätzlich hat die EU-Ökodesign-Richtlinie mit dem Verkaufsverbot ineffizienter Halogenlampen zum 1. September 2016 einen vorläufigen Höhepunkt erreicht.

LEDs sind aber nicht nur eine nachhaltige Alternative, sondern revolutionieren auch das Lichtdesign und schaffen grundlegend neue ästhetische Optionen.

Die digitalen Steuerungen bieten die Möglichkeit die Leuchten einzeln einzustellen, deren Lichtfarben zu ändern und eine Vielzahl von Lichtkanälen mit unterschiedlichen Lichtlevel innerhalb eines Raumes zu kreieren.

Im Gegensatz zu der traditionellen Beleuchtungstechnik, deren Steuerungen immer mehrere Leuchten gleichzeitig angesprochen haben, ergeben sich heute ungeahnte Möglichkeiten bei Umsetzung innovativer, flexibler Gestaltungskonzepte.

2. Glaub nicht, die Komponenten brauchen zu viel Platz

Manche Architekten meinen, in kleinen Räumen sei nicht genügend Platz, um das Dimm-Equipment für mehrere Lichtkanäle unterzubringen. Schließlich – so könnte man glauben – braucht eine anspruchsvolle Lichtsteuerung eine entsprechend große Elektroverteilung. Doch das ist ein Trugschluss, der aus der Zeit der Starkstromdimmer stammt und mit dem Aufkommen effizienterer Lichtquellen keine Gültigkeit mehr besitzt. Bei modernen, digitalen Systemen ist die „Dimm-Fähigkeit“ dezentral in den Leuchten eingebaut. Sie lösen mehr und mehr „übergroße“ Elektroverteiler ab, für die bei Renovierungen folglich auch kein extra Platzbedarf zu berücksichtigen ist.

3. Wähle Systeme mit Funk-Technik sorgfältig aus

Nicht bei jeder Sanierung sind Wanddurchbrüche für eine Neuverkabelung möglich. Drahtlose Lichtsteuerungen einschließlich passender Sensoren liefern die Lösung für dieses Problem. Allerdings sollten Sie nicht zur erstbesten Funk-Technologie greifen! Wi-Fi Verbindungen sind im Verhältnis zu anderen Techniken sehr „stromhungrig“ und es kann bei hohem Datenverkehr leicht zu einer Art „Stau“ im Funkkanal kommen. Daher ist der zugrundeliegende Standard IEEE 802.11 im Moment ungeeignet für Anwendungen, die auf geringen Stromverbrauch und hohe Reaktionsgeschwindigkeit angewiesen sind – wie etwa für Lichtsteuerungen.

Das Licht soll schließlich sofort angehen, sobald jemand den Schalter bedient. Wählen Sie eine Funktechnik wie „ClearConnect“, das in einem separaten Frequenzband arbeitet, welches ausschließlich für die Steuerung reserviert ist.

Dort gibt es kein Audio- oder Videostreaming das die drahtlosen Steuersignale der Lichtanlage beeinflussen könnte. Die hohe Reaktionsgeschwindigkeit und Zuverlässigkeit der „ClearConnect“- Funksteuerung beugen einer Frustration der Nutzer vor.

4. Optimiere Komfort und Energiespar-Features

Ob Rollos oder Jalousien– ein durchdachter Sicht- und Sonnenschutz an den Fenstern trägt entscheidend zum Raumkomfort bei. Keine unerwünschte Sonneneinstrahlung, kein Blendungseffekt auf dem Computerbildschirm. Selbst dort, wo es im Zuge der Renovierung bautechnisch unmöglich ist Kabel für elektrisch betriebene Rollos zu verlegen, bleibt immer noch die Option zu komplett drahtlosen Lösungen wie Triathlon. Diese Antriebe werden aus integrierten Batteriesätzen gespeist. Die Lebensdauer der Batterien reicht von vier bis sechs Jahre. Die maximale Fenstergröße beträgt 3,6 mal 3,6 Meter.

5. Bedenke, dass eine Bedienung ergonomisch und schön sein kann

Die Ära der Lichtschalter an der Wand ist gewiss noch nicht vorüber. Allerdings treten an die Stelle simpler, traditioneller Schalter vermehrt designte Objekte und mobile Steuerungen. Die Tatsache, dass Schalter an der Wand praktisch sind, bedeutet nicht dass sie hässlich sein müssen. Bedienstellen für Lichtsteuerungen sind heute in Farben, beliebigen Oberflächen und Designs verfügbar, so dass sie zu jedem Einrichtungsstil passend ausgewählt werden können. Ausstatter können zwischen drahtlosen und verkabelten Bedienungen wählen.

Sie sollten jedoch darauf achten, dass die Tasten dank einer Hintergrundbeleuchtung auch im Dunkeln gut zu erkennen sind. Die Sorge, dass diese zu hell sein könnte, ist überflüssig, wenn die Hinterleuchtung automatisch mit einem integrierten Sensor abgedimmt wird. Lasergravierte, hinterleuchtete Tasten mit Symbolen oder Text, die auf Fingerdruck ein Lichtszenario aufrufen, sind empfehlenswert. Hinterleuchtete Gravuren tragen entscheidend zu einer intuitiven Bedienung bei.

Werden diese fünf Punkte beherzigt, führt jede Sanierung der Beleuchtungssteuerung im Rahmen einer Renovierung sowohl zu höherem Raumkomfort als auch zu verbesserter Energieeffizienz – und daher auch zu einem exzellenten ROI Faktor- Return on Investment.

Von Jan Ewald, Vertriebsmanager Deutschland und Marine, Lutron Electronics GmbH 

 

Mit den LED Treibern von Lutron lassen sich häufige Probleme beim Dimmen einer LED vermeiden.
Weitere Informationen dazu finden Sie hier.